
Für die 11-jährige Alina und ihre Klasse ist es eine Frage der Ehre. „Wir haben im Unterricht erfahren, wie arm die Kinder in unserem Alter in Nicaragua sind. Die müssen noch nebenbei ihre Familie mit Schuhe putzen und Wasser verkaufen ernähren“, erzählt die Sechsklässlerin. Alina war sofort klar: Hier muss etwas getan werden, denn nur 15 Euro reichen aus, um ein Kind mit dem Notwendigsten auszustatten. „In dem Betrag sind Schuluniform, Bücher, Schreibhefte und andere Schulsachen enthalten“, erklärt Sabine von Maravic, Lehrerin an der Gesamtschule Leverkusen-Schlebusch. Sie leitet einen kleinen „Eine-Welt-Laden“ in der Schule, in dem sie Hefte, Stifte und Kekse für den guten Zweck verkauft. „Ohne das Engagement vieler Eltern wäre das ganze Projekt nicht lebensfähig“, sagt von Maravic. Zusammen mit dem 6. Jahrgang der Gesamtschule Leverkusen-Schlebusch hat sie es jetzt aber geschafft, 10 000 Euro für Nicaragua zusammenzubekommen. „Jede Klasse der insgesamt sieben Klassen des 6. Jahrganges hatte sich vorgenommen, mindestens einen Jungen und ein Mädchen zu unterstützen. Alle Schülerinnen und Schüler haben bei Verwandten, Freunden und Bekannten nachgefragt, um Sponsoren für den Spendenlauf zu gewinnen. Jeder gelaufene Meter war Bares wert und wir haben jetzt die Möglichkeit, die Straßenkinder drei Jahre lang zu unterstützen“, berichtet die Lehrerin. Zusammen mit engagierten Lehrerinnen und Lehrern der Schule hat sie den Verein „Horizontes“ gegründet, der die Hilfe für die Kinder in Leverkusens Partnerstadt Chinandega koordiniert. Es soll aber nicht bei der Spende bleiben. Mittlerweile schreiben sich die Kinder Briefe, die auch in der Klasse vorgelesen werden. „Das macht einen riesen Spaß, weil man dann weiß, dass das Geld wirklich angekommen ist“, freut sich Marvin.
